Der Mann ohne Sinn

22. Mai 2017

Schon bei meiner Geburt haben alle gestutzt
ich brauchte keine Windeln – hab ein Töpfchen benutzt
ich hatte einen Bart und konnte aufrecht gehn
und mit dem Dreirad täglich tausend Runden drehn
bereits mit einem Jahr konnte ich lesen und schreiben
konnte sieben Sprachen – nur Französisch nicht leiden
ab dem ersten Schultag, habe ich unterrichtet
und dabei meine Lehrer zum Nachsitzen verpflichtet
Mir ist natürlich bewusst, dass ich hier nur herum spinn
denn letztlich bin ich ja nur, der Mann ohne Sinn

Ich bin der Mann ohne Sinn
der Mann mit dem Doppelkinn
mit mir an der Seite, gibt es keinen Gewinn
Ich bin der Mann ohne Sinn
und auch der Beginn
von jedem noch so absurden Irrsinn

In meiner Jugend war ich nicht sehr beliebt
am liebsten hätten mich alle mit Kugeln durchsiebt
deswegen verbrachte ich alleine sehr viel Zeit
weil einsames Denken oft den Geist befreit
So kam ich auf Ideen, die sonst niemand hatte
ich erfand einen Affen mit einer lilanen Kappe
einen Feuerzeug, der nur Schnee versprüht
und einen Eistee – an dem man sich verbrüht
ich erfand Gold – und das aus purem Zinn
denn letztlich war ich ja nur, der Junge ohne Sinn

Ich bin der Mann ohne Sinn
der Mann ohne Lottogewinn
mit mir an der Seite, ist man mittendrin
Ich bin der Mann ohne Sinn
bin ohne Benimm
ohne Manieren und auch nicht sehr dünn

Letzte Woche habe ich die Wasserstoffbombe erfunden
mit meinem großen Raumschiff flieg ich gern ein paar Runden
meine Cola ist schneeweiß
mein neues Schnitzel schmeckt nach Reis
schlafen muss ich auch nie wieder
festgeklebt – die Augenlider
in meiner Welt Wahnsinn besteht
Neuronen sind phasenverdreht
nicht nur zur Karnevalsbeginn
bin ich der Mann ganz ohne Sinn

Ich bin der Mann ohne Sinn
Palim Palim
mit mir in den Raum traut sich nicht einmal Kim
Ich bin der Mann ohne Sinn
der Verstand nur hauchdünn
das ist das Ende und nicht der Beginn

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